Klinikimmobilie

Grüße aus der Zukunft

5. Kongress „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ zeigt Perspektiven aus Gegenwart und Zukunft für Klinikbauten auf.

Am 24. und 25 Juni hat der 5. Kongress „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ in Frankfurt stattgefunden. Mit rund 200 Teilnehmern war er vollständig ausgebucht. Veranstaltet wurde das Expertenforum von der SPM Projektmanagement GmbH, die im Juni 2015 auf die Bilfinger Bauperformance GmbH verschmolzen worden ist.

Die rasanten Innovationen im Bereich der Medizin machen es möglich, dass die Vital- und viele andere Funktionen eines Patienten in Zukunft nur mit einem Tropfen Blut durch ein kleines Übertragungsgerät an den behandelnden Arzt übermittelt werden können. Auch ein Besuch in der Praxis wird bald von zu Hause aus „virtuell“ möglich sein. Diese und zahlreiche andere Innovationen werden nach Ansicht von Steven J. Goe, International Healthcare, HDR Architecture, San Diego, USA und Adrian Novacic, HDR TMK Planungsgesellschaft aus Düsseldorf den Klinikbau in den kommenden Jahrzehnten beeinflussen.

Über 40 Referenten aus den USA, Europa und Deutschland berichteten im Plenum und in den zwölf Themenblöcken des Fachkongresses „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ über aktuelle und praxisorientierte  Entwicklungen in Bereichen wie Medizintechnik und Hygiene, Krankenhausbau und –ausstattung, Green Hospital, Digitales Krankenhaus, Technologie und Umwelt sowie juristische Themen.

Im neu eingeführten Themenland Schweiz portraitierte Martin Bleckmann von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner die Kinderklinik im CHUV in Lausanne.  Markus Fenner von Eurolabors und Peter Orthen, ALHO Systembau stellten das La Roche Learning Center in Kaiseraugst vor.

Neue Produkte benötigen andere Arbeitswelten. Diese These belegte Norbert Schachtner, Partner bei HENN Architekten, in seinem Beitrag  über „Arbeitswelten für die Wissenschaft“. Demnach müssen sich Modularität, Kommunikation und Flexibilität auch in der Arbeitswelt in Kliniken niederschlagen, um den fortwährend steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Die Klinikgebäude werden überdies immer komplexer und bedürfen daher einer ständigen Dokumentation der betriebsrelevanten Entscheidungen quasi als „Gebrauchsanweisung“, wie Janine Tsias, Obermeyer Planen + Beraten in ihrem Vortrag  im Themenblock „Building Information Modeling (BIM)“ feststellte. BIM ermöglicht nicht nur im Planungsprozess frühe Entscheidungen und in diesem wichtigen Stadium Kostenvorteile für den Bauherren, sondern unterstützt u.a. die Planung  mit Simulationen, sorgt für Optimierung beispielsweise bei der technischen Koordination, Bauüberwachung und dem LifeCycle Management.

Der kürzlich vorgelegte, von vielen Krankenhäusern kritisch gesehene Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung soll mehr Nutzen für Patienten bringen, die Qualität steigern und für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen sowie für eine Strukturänderung sorgen. Jochen Metzner vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration wies auf die Folgen hin. Seiner Einschätzung nach werden das Wachstum und die Patientenorientierung sowie die Bedeutung von Intensiv- und Notfallmedizin zunehmen. Allerdings können die unzureichende Förderung der Länder – 2,7 Milliarden Euro anstatt ca. 5,7 Milliarden Euro – nicht geleugnet werden.

Der 6. Kongress „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ wird am 22./23. Juni 2016 in Frankfurt stattfinden.

www.dieklinikimmobilie.de