Zukunft der Klinikimmobilie in Zeiten von Covid-19

In nur fünf Wochen wurde zu Beginn der Covid-19-Pandemie das Corona-Behelfskrankenhaus auf dem Messegelände in Hannover aufgebaut und ausgerüstet. Darüber berichtete Dr. Hermann Stockhorst, Leiter des Projektbüros Krankenhausneubau der Klinikum Region Hannover, zum Auftakt des Webinars „Zukunft der Klinikimmobilie in Zeiten von Covid-19“ am 24. November. Das digitale Event wurde gemeinsam von den Veranstaltern des Kongresses „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ Jürgen Zimmermann, Senior Teamleiter, Director Healthcare Division Drees & Sommer und Martina Schütz M.A. von Congress und Presse ausgerichtet. Es machte deutlich, welche zusätzlichen Herausforderungen sich das Krankenhauswesen durch die Pandemie stellen muss.

Das bislang nicht genutzte Behelfskrankenhaus in Hannover hält 160 Plätze in sogenannten Boxen vor, während dessen im Behandlungsbereich Platz für insgesamt 60 Patienten zur Verfügung steht. Auf Grund von Erlassen des zuständigen Ministeriums konnte beispielsweise der Sauerstofftank innerhalb von nur fünf Tagen aufgebaut und die zur Behandlung notwendige Medizintechnik zügig installiert werden.  Die Kosten in Höhe von 15 Millionen Euro, die zunächst die Region Hannover aufbrachte, wurden zum größten Teil in die medizintechnische Ausrüstung investiert. Davon ist 80 Prozent wieder verwendbar.

Einen Ausblick auf das Gesundheitswesen in der Schweiz anhand der geplanten Neubaumaßnahmen des Universitätsspitals Basel gab Rainer Preisshofen, Associate Partner bei Drees & Sommer. Ein Pandemiestresstest ergab u.a., dass Zweibettzimmer effizienter als Einbettzimmer sind. Zudem wurde beschlossen, drei Geschosse zu Kohorten-Stationen umzubilden, was zu mehr Flexibilität in der künftigen Nutzung führen wird. Außerdem würde die regelmäßige Durchführung von Stresstests dazu führen, neueste Erkenntnisse mit einfließen zu lassen.

Die Digitalisierung spielt bei der Pandemiebekämpfung z.B. durch die Nutzung der CoronaApp eine wichtige Rolle. Darauf wies Peter Herrmann, Sprecher des Clubs der Gesundheitswirtschaft, in seinem Beitrag hin. Bislang hapert es in Deutschland nach wie vor an der Digitalisierung in den Krankenhäusern und viele Daten werden immer noch analog erfasst.  Aber es gibt auch positive Beispiele wie z. B. ein Command Center. „Hilfreich sind Daten, die auf Echtzeit basieren (RTLS-Technologie), um bei Problemen schneller reagieren zu können“, betonte Herrmann vor rund 100 Webinar-Teilnehmern. Das Krankenhauszukunftsgesetz sieht er in dem Zusammenhang „als Steilvorlage“ für Investitionen in die Digitalisierung.

Seit dem 20. August 2020 muss man sich auf dem Bau an die Sars CoV-2-Arbeitsschutzregeln halten. Das stellte Prof. Dr. Heiko Fuchs von Kapellmann und Partner in seinem Vortrag zu den Auswirkungen der Pandemie auf Bauverträge fest. Demnach müssen der Sicherheitsabstand, die persönliche Schutzausrüstung, geeignete Sanitärräume sowie die Kontaktbeschränkung und die Nachverfolgbarkeit durchgesetzt werden. Die daraus resultierenden Kosten übernimmt der Bund auch bei laufenden Verträgen. Zudem ist der Bauherr übergreifend für alle Gewerke für den Infektionsschutz auf der Baustelle verantwortlich.

Der Jubiläumskongress „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“ findet voraussichtlich als Präsenzveranstaltung am 23. und 24. Juni 2021 in Frankfurt statt.

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